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Chronik der Gemeinde Kessenich

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Quelle: Stadtarchiv Bonn

Kessenich ist eine der ältesten Siedlungen in Bonn, der Name geht auf das keltische cassanos (Eiche) zurück. Anderen Quellen zufolge könnte er sich vom römischen castiniacum (Festung) herleiten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Propstei Kessenich, zu der auch das Krongut Dottendorf gehörte, im Jahre 843. Kaiser Lothar I., ein Enkel Karls des Großen, schenkte das Lehen an den hessischen Gaugrafen Esiko, der es seinerseits an die Benediktinerabtei Corvey weitergab. Seit der Römerzeit wurde von den Kessenicher Bauern vor allem Wein angebaut.

Anno Domini 1619 erbaute die Gemeinde Kessenich unter ihrem kurfürstlichen Schultheissen Godhard Paulus für den Pfarrer von St. Martin und Kessenich im Horniscgarten an der Alten Kirche zu Bonn Kessenich eine Pastorat. Die Türinschrift gibt hiervon auch heute noch Kunde. Im Laufe der Verstädterung hat St. Martin immer mehr gegenüber der Kessenicher Pfarrkirche die Rechte an sich gezogen.

Ebenso ging es auch mit den kurfürstlichen Hofe zu Kessenich. Auch der Kölner Bischof wollte näher an Bonn sein. Zu diesem Zwecke baute er sich den Meerhausener Hof - Domus mari. Dieser Hof hat sehr wahrscheinlich an der Stelle des Poppelsdorfer Schlosses gestanden. Im 16. und 17. Jh. bestand noch eine sehr starke Rivalität zwischen dem Kessenicher Hof und dem Meerhausener Hof, um die Verteidigung der Rechte. Dies ergibt sich aus dem 100jährigen Grenzstreit zwischen Bonn und Kessenich. Das Meerhausener Hofgericht hatte den Bonnern das Recht gegeben. Die Kessenicher appellierten an das Rechskammergericht. In Wetzlar gab ihnen das Reichsgericht recht, und zwar hat es der Kessenicher Begründung - sie hätten ein eigenes Gericht, dem Meerhausener Hofgericht stattgegeben.

Bis zur Neuregelung Napoleons hat Kessenich immer noch einen kurfürstlichen Hofschultheissen auf Lebenszeit gehabt, der die alten Rechte des Kölner Bischofs wahren sollte.Der Kessenicher Gerichtbezierk umschloss die St. Martinskirche und den Mülheimer Hof im Bahnhofsbezirk.